"Carl Peters"

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Spielfilm von Herbert Selpin (Drehbuch zusammen mit Salomon) mit Hans Albers in der Titelrolle; Premiere: 21. 3. 41, Prädikate: "staatspolitisch und künstlerisch wertvoll, kulturell wertvoll, volksbildend, jugendwert". Der aufwendige Film stellt das Leben des deutschen Afrikaforschers und Kolonialpioniers Carl Peters (1856-1918) heroisierend dar. Ihm sei es bei der Gründung von Deutsch-Ostafrika (1885) im Gegensatz zu den Engländern nicht um "Herrschaftsgelüste" gegangen, sondern um "Ansehen und Mitwirkung der Deutschen draußen in der Welt" (Film-Illustrierte 1941). Neben der antibritischen Stoßrichtung stand "Carl Peters" auch im Dienst antiparlamentarischer Propaganda: Der blonde Held muss sich wegen der Hinrichtung von zwei "Negern" vor dem Reichstag verantworten und erkennt im Kreuzverhör von "jüdischen Liberalen und Sozialdemokraten": "Im Reichstag, da zerfetzen und zerfleischen sie sich gegenseitig. Armes Deutschland, du bist dir ja selbst dein größter Feind." Trotz der offiziellen Förderung und populärer Darsteller spielte das durch überlange Parlamentsdebatten ermüdende Werk nicht die Herstellungskosten ein.