"Die Brennessel"

    Aus Lexikon Drittes Reich

    satirische nationalsozialistische Zeitschrift, die seit 1931 im Eher-Verlag erschien, Januar-März monatlich, April-September 14-tägig und seit Oktober 31 wöchentlich. Bis September 31 Schriftleiter Karl Prühäußler, dann Wilhelm Weiß; von 1933 bis 1938 Hauptschriftleiter W. Weiß, verantwortlicher Schriftleiter bis Juli 37 Dietrich Loder, dann C. M. Köhn. Auflage 1937: ca. 29 000. Das im Folioformat und mit aufwendigen Farbdrucken erscheinende Blatt wollte, wie es pathetisch-programmatisch im Eingangsgedicht der Nummer 1 hieß, "unermüdlich brennen, und brennend löschen deutsche Schmach" und "keine Schonung kennen für den, der Deutschlands Ehre brach". Entsprechend gab es Karikaturen und satirische Artikel u. a. von Prühäußer, Paul Schondorff, Hans Schweitzer und Jo-Hans Rösler mit scharf antisemitischer und antiweimarischer Tendenz, aber auch pathetische nationalsozialistische Selbstdarstellungen in Schrift und Bild, seit 1933 Attacken gegen Emigranten und ausländische Gegner. Letzte Ausgabe: 27. 12. 38.