"Die Frau"

    Aus Lexikon Drittes Reich

    "Monatsschrift für das gesamte Frauenleben unserer Zeit", 1893 gegründetes Blatt, Verlag: W. Moeser-Buchhandlung, seit 1921 F. A. Herbig, Berlin. Herausgeberinnen: Helene Lange (1893-1931), Gertrud Bäumer (1916/17-44) und Frances Magnus von Hausen (1933-44). Ab April/Juni 43 erschien "Die Frau" noch vierteljährlich. Zunächst als "Kampfzeitschrift der deutschen Frauenbewegung" konzipiert, seit April 21 zugleich offizielles Organ des "Bunds Deutscher Frauenvereine" (BDF), der sich im Mai 33 selbst auflöste. "Die Frau" vermied während des Dritten Reichs zunehmend politische Stellungnahmen und propagierte eine Art christlichen Mystizismus oder, wie G. Bäumer es formulierte: "Neben den praktischen Fragen des Frauenlebens und Frauenschaffens" sollte "Die Frau" "die geistigen Werte lebendig zu erhalten versuchen, aus denen im letzten Grunde alle Kraft quillt". Für das Propagandaministerium scheint die Zeitschrift als ein Teil des offiziell eingeplanten "Meinungspluralismus" von Nutzen gewesen zu sein: Sie erhielt nach Kriegsbeginn 80 % ihrer bisherigen Papierzuteilung und überstand die beiden großen Stilllegungsaktionen von 1941 und 1943. Auflage 1929: 6 500, 1941: 3 000. "Die Frau" stellte erst am 30. 9. 44 ihr Erscheinen ein.