"Hans Westmar, einer von vielen"

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Spielfilm (1933) von Franz Wenzler (Regie) und H. H. Ewers (Drehbuch), mit Emil Lohkamp, Carla Bartheel, Paul Wegener. "Hans Westmar, einer von vielen" (Untertitel: "Ein deutsches Schicksal aus dem Jahre 1929") wurde im "Berliner Lokal-Anzeiger" (14. 12. 33) so angekündigt: "In einer Zeit, da ein gewisses Ausland nicht sehen will, was unter den Braunhemden steckt, nämlich das Herz des politischen Kämpfers, der Pulsschlag des Gläubigen ... soll ein deutscher Film demonstrieren, was es hieß, Deutschland zu erobern ..." Ursprünglich sollte das SA-Melodram um Hans Westmar, der im Kampf um das "rote Berlin der Systemzeit" sein Leben opfert, ein Horst-Wessel-Film werden. Goebbels, der sich eine pathetische Verklärung "des bekanntesten Märtyrers der nationalsozialistischen Bewegung" ausgemalt hatte, befand den Film bei der Voraufführung für "gut gemacht, aber zu profan", verbot ihn (9. 10. 33) und ordnete seine Umarbeitung an. Am 2. 11. 33 hob Goebbels das Verbot mit der Begründung auf, dass durch den neuen Titel direkte Anspielungen auf Leben und Sterben von Wessel vermieden würden; nur die gleich gebliebenen Initialen des Titelhelden (H. W.) deuteten auf die ursprüngliche Film-Idee.