"Ich klage an"

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Spielfilm (1941) von Liebeneiner nach Motiven des Romans "Sendung des Gewissens" von H. Unger; mit: Heidemarie Hatheyer, Paul Hartmann, Mathias Wieman; Premiere: 29. 8. 41. Der Film stellte sich in den Dienst der nationalsozialistischen Propaganda zum Thema Euthanasie, das selbst von Goebbels als brisant empfunden wurde: "Bei der Behandlung dieses Films", hieß es in seiner Presseweisung, "ist größter Takt am Platze." Es geht um eine an Multipler Sklerose erkrankte Frau, die von zwei Ärzten, dem Mann und dem Freund, den Tod erbittet; der Mann gibt ihr schließlich Gift, wird unter Mordanklage gestellt und bekennt sich in flammender Rede vor Gericht zum gewährten Gnadentod.

    Im Gewand humaner Sterbehilfe propagierte der Film (Prädikat "künstlerisch besonders wertvoll, volksbildend") die Tötung "lebensunwerten Lebens" und diente der Einstimmung auf die nationalsozialistische Politik des "Ausmerzens", die in der Endlösung der Judenfrage gipfelte, in der die SS-Ideologen eine konsequente "rassische Euthanasie" sahen.