"Jud Süß"

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Spielfilm (1940) von Harlan, mit: Marian, George, Krauss, Söderbaum; Premiere: 5. 9. 40 in Venedig, Prädikat: "Staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll - jugendwert". Das von Propagandaminister Goebbels persönlich intensiv geförderte Projekt (Etat zwei Millionen RM) war als historische Argumentationshilfe für die antisemitischen Maßnahmen des Regimes gedacht. Vorgeführt wurden die ruinösen Finanztricks des Joseph Süß-Oppenheimer (1698-1738), des jüdischen Beraters von Herzog Karl Alexander von Württemberg. Seine Habgier und moralische Verkommenheit ("Rassenschande") wurden als "typisch jüdisch" denunziert und so antisemitische Affekte als Notwehrhaltung hingestellt. Aufgrund der großen schauspielerischen Leistungen von Marian in der Titelrolle und von Krauss, die beide wie Regisseur Harlan erst durch Drohungen zur Mitarbeit gewonnen wurden, wirkte der Film in der aufgeheizten antijüdischen Stimmung verheerend; Ausschreitungen gegen Juden und jüdische Einrichtungen folgten oft den Vorführungen. Nach dem Krieg musste sich Harlan vor Gericht verantworten. Er wurde zwar als Person sowohl im März 49 wie im Mai 50 freigesprochen ("Ich war nur ein Werkzeug"), der Film selbst aber als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" eingestuft.