"Juden unerwünscht!"

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nationalsozialistische Kampfparole. Schilder mit der Inschrift "Juden unerwünscht!" o. Ä. wurden seit dem Sommer 34 von der NSDAP an den Ortseinfahrten von fränkischen Städten und Dörfern, Einflussgebiet des "Stürmer"-Herausgebers Streicher, aufgestellt. Seit dem Frühjahr 35 tauchten sie auch anderswo, z. B. in Südbayern, auf. Gelegentlich waren die Inschriften mit bildlichen Darstellungen antisemitischen Charakters verbunden, in Orten wie Rottach-Egern wandten sie sich ausdrücklich gegen die jüdischen Kurgäste. Der Hinweis "Juden unerwünscht!" hing auch am Eingang vieler deutscher Gaststätten und Hotels. Wegen des abstoßenden Eindrucks, den die Schilder am Ortseingang auf Ausländer und überhaupt auf Touristen machten, wurden sie von verschiedenen Seiten kritisiert, so vom Reichswirtschaftsministerium im Juli 34. Vor den Olympischen Spielen 1936 ließ man sie entfernen, doch tauchten entsprechende Tafeln danach erneut auf.