"Kolberg"

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Spielfilm (1945) von Harlan, Drehbuch: Artur Braun; mit: Söderbaum,George, Horst Caspar; Premiere: 30. 1. 45, Prädikat: "Staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll - Film der Nation". Die Nation aber bekam den Farbfilm nicht mehr zu sehen: Schon Mitte 41 geplant - Drehbeginn November 43 -, verlangte Propagandaminister Goebbels ein so monumentales Werk, dass trotz riesigen Etats (8,8 Millionen RM) und Hilfe der Wehrmacht (Soldaten für Massenszenen, Transportkapazität, 6 000 Pferde) die Uraufführung erst auf den 12. Jahrestag der Machtergreifung festgesetzt werden konnte. Der angestrebte Gegenwartsbezug hatte sich inzwischen zu tragischer Aktualität gesteigert: Ganz Deutschland befand sich nun in der verzweifelten Lage der belagerten Festung Kolberg im Film über den Krieg Preußens gegen Napoleon 1806/07, nur dass es 1945 keine Aussicht mehr auf ein glimpfliches Ende gab. Die erhoffte Propagandawirkung des Durchhalte-Streifens verpuffte zudem. Nur die Soldaten im noch besetzten, eingeschlossenen Atlantikhafen La Rochelle, den die Filmrollen per Fallschirm erreichten, und einige Parteifunktionäre im Trümmerhaufen Berlin sahen noch Goebbels' filmisches Testament.