"Lili Marleen"

    Aus Lexikon Drittes Reich

    im Ersten Weltkrieg (1915) von Hans Leip (1893-1983) geschriebenes Gedicht, das in der Vertonung von N. Schultze (1938) über alle Fronten hinweg zum Schlager des Zweiten Weltkriegs wurde. Eine Plattenaufnahme von "Lili Marleen" mit Lale Andersen (1919-72) geriet am 18. 8. 41 zufällig ins Programm des deutschen Soldatensenders Belgrad. Die Resonanz war überwältigend, so dass der Sender fortan täglich um 21.57 Uhr das Lied ausstrahlte. Goebbels, der Text und Musik "morbide" nannte und von einer "Schnulze mit Totentanzgeruch" sprach, zog seinen Einspruch zunächst zurück. Als "Lili Marleen" nach Stalingrad doch als "unerwünscht" unterdrückt wurde, sendeten längst alle alliierten Rundfunkstationen die englische oder französische Version, obwohl auch britische Kommandeure Bedenken wegen negativer Auswirkungen auf die Kampfmoral geäußert hatten.