"Mittelbau"

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (auch "Dora-Mittelbau"), Deckname für ein unterirdisches Rüstungszentrum im Südharz mit Schwerpunkt Raum Nordhausen. Das streng geheime Projekt wurde nach dem britischen Nachtangriff auf die Raketenversuchsanstalt Peenemünde am 17./18. 8. 43 unter der Regie einer reichseigenen Tarnfirma Mittelwerk GmbH mit Hochdruck vorangetrieben, um die Massenfertigung der künftigen "Vergeltungswaffen" (Wunderwaffen) in bombensichere Schächte und Stollen zu verlagern. Bei Kriegsende waren schätzungsweise 30 000 Arbeitskräfte zur Geheimwaffenproduktion im so genannten Mittelraum eingesetzt. Die überwiegende Mehrzahl, rund 25 000, waren Zwangsarbeiter oder Häftlinge aus dem KZ Buchenwald. Die unterirdischen Fabrikationshallen fielen den US-Truppen größtenteils unversehrt in die Hände. 1. 7. 45 Übergabe der Werke an die Sowjets, die die zurückgebliebenen deutschen Spezialisten mit ihren Familien in die UdSSR abtransportierten. Im Dezember 45 wurden der Lagerkommandant O. Förschner, 1947 mehrere Hauptverantwortliche der SS-Wachmannschaften von amerikanischen Militärgerichten zum Tod verurteilt.