"St. Louis"

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Passagierschiff mit 16 732 BRT der Hapag-Reederei. Unter Kapitän Gustav Schröder verließ die "St. Louis" am 13. 5. 39 den Hamburger Hafen; an Bord 937 zumeist wohlhabende Juden, denen die Auswanderung nach Kuba zugesagt worden war. Auf der Reede von Havanna jedoch wurde das Schiff festgehalten und den Passagieren die Einreise nach Kuba untersagt; ihre teuer erworbenen Visa stellten sich als von der kubanischen Polizei gefälscht heraus. Auch die Vereinigten Staaten, an die sich Schröder danach wandte, weigerten sich, die Juden aufzunehmen. Nach fünfwöchiger Irrfahrt gelang es schließlich, am 16. 6. die Passagiere der "St. Louis" – inzwischen von der internationalen Presse als "Schiff der Verdammten" bezeichnet – im Hafen von Antwerpen abzusetzen. Belgien, Holland, Frankreich und England nahmen jeweils Gruppen der Flüchtlinge auf.