"Vorwärts"

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (Untertitel: "Berliner Volksblatt, Zentralorgan der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands"), 1891 in Berlin gegründete Zeitung, Herausgeber bis 1900 Wilhelm Liebknecht, dann ein Kollektivgremium; erschien ab 1902 im gleichnamigen Verlag; Auflage 1914: 154 000. Nach der 1916 erfolgten Spaltung der SPD war Stampfer mit kurzer Unterbrechung 1919 bis 33 Chefredakteur des "Vorwärts". Ab 1. 10. 22 trug der "Vorwärts" eine Zeitlang den Untertitel: "Zentrales Organ der Vereinigten Sozialdemokratischen Partei Deutschlands", ab 29. 6. 32 das Emblem der Eisernen Front (drei schwarze Pfeile auf weißem Grund) im Titelkopf. Auflage Ende 1918: 400 000, 1933: 100 000. Der "Vorwärts" wurde durch die Reichstagsbrandverordnung zunächst auf vier Wochen verboten, dann endgültig unterdrückt. Letzte gedruckte, nicht mehr ausgelieferte Nummer in Preußen: 28. 3. 33.

    Als Exilzeitung der SPD erschien ab 18. 6. 33 in Prag der "Neue Vorwärts". Chefredakteur war wieder Stampfer, 1935-40 Curt Geyer zusammen mit Stampfer und Hilferding als führende regelmäßige Mitarbeiter; Auflage 1935: 10 000. Die von 29. 10. 33 bis März 38 erscheinende illegale Verbreitung in Deutschland erhielt den Titel: "Sozialistische Aktion". Chefredakteur war Paul Hertz, Auflage 1934/35: 10 000-25 000. Ab 1938 erschien der "Neue Vorwärts" vierzehntägig in Paris, Auflage: ca. 5 000. Nach der deutschen Besetzung musste er 1940 sein Erscheinen einstellen. Letzte Nummer: 12. 5. 40.