Édouard Herriot

    Aus Lexikon Drittes Reich

    französischer Politiker

    geboren: 5. Juli 1872 in Troyes, Champagne gestorben: 26. März 1957 in Saint-Genis-Laval, Rhône


    von 1919-26 und 1931-35 Präsident der Radikalsozialistischen Partei. Herriot war 1924/25 Außenminister und Ministerpräsident einer Linksregierung und ließ u. a. die Räumung des Ruhrgebietes durchführen. Wegen seines Eintretens für die Arbeit des Völkerbunds und seiner "pazifistischen Propaganda" wurde Herriot auch von den deutschen Nationalisten angegriffen, besonders als er sich, 1932 erneut Ministerpräsident, um die Intensivierung der Beziehungen zu England bemühte und ein französisch-sowjetisches Bündnis anstrebte. Während der Besetzung Frankreichs zeitweise in Deutschland inhaftiert, wurde Herriot nach dem Krieg für mehrere Jahre Präsident der französischen Nationalversammlung.