Adolf Bartels

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 15. November 1862 Wesselburen (Dithmarschen) gestorben: 7. März 1945 Weimar


    Handwerkersohn, Studium der Literaturwissenschaften, seit 1895 freier Publizist in Weimar, verdient als Hebbel-Forscher. Bartels schrieb 1897 eine "Geschichte der deutschen Literatur", die sich durch rassistische Wertungen auszeichnete und mit ihrem rabiaten Antisemitismus zum Wegbereiter der nationalsozialistischen Literaturbetrachtung wurde. "Jüdisch verseucht" waren nach Bartels bereits Autoren, deren Name jüdisch klang, die für die "Judenpresse" schrieben oder mit Juden befreundet waren. Vornehmste Aufgabe völkischer Kulturpolitik sei daher die radikale Entjudung der Kunst, der "Nationalsozialismus Deutschlands Rettung" (Buchtitel 1924). Bartels literarische Produktion (u. a. "Die Dithmarscher", 1898, "Martin Luther", 1903) ist heute weitgehend vergessen.