Adolf Hühnlein

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 12. September 1881 Neustädtlein bei Kulmbach gestorben: 18. Juni 1942 München


    im Ersten Weltkrieg Pionier- und Generalstabsoffizier, nach Kriegsende im Freikorps Epp und in der Reichswehr, seit 1923 im Stab der SA. 1925 wurde Hühnlein Quartiermeister der NSDAP, 1927 Chef des Kraftfahrwesens der SA, gründete die SA-Motortrupps, das Nationalsozialistische Automobilkorps (NSAK) und 1931 das Nationalsozialistische Kraftfahrkorps (NSKK). Nach 1933 war Hühnlein mit der "Neugestaltung des gesamten deutschen Kraftfahrwesens" beauftragt, später als Korpsführer Hitler unmittelbar unterstellt und wollte "durch die Förderung des Automobilwesens nicht nur die Wirtschaft" ankurbeln, "sondern auch ... Massen unseres Volkes die Gelegenheit ... bieten, dieses modernste Verkehrsmittel zu erwerben". Hühnlein sorgte für die Gleichschaltung des Automobilsektors, indem er zahlreiche Vereine (ADAC u. a.) in einen zusätzlich zum NSKK gegründeten Deutschen Automobil-Club (DDAC) überführte und als Präsident einer "Obersten Nationalen Sportbehörde für die Deutsche Kraftfahrt" mit Industrieunterstützung propagandawirksame Motorsportveranstaltungen organisierte, z. B. die "2 000-km-Fahrt durch Deutschland". Hühnlein, seit 1933 MdR und 1938 Reichsleiter, hatte noch zahlreiche verkehrspolitische Funktionen inne und wurde im Zweiten Weltkrieg zum Beauftragten für den motorisierten Transport der Kriegswirtschaft ernannt.