Adolf Wagner

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 1. Oktober 1890 Algringen (Lothringen) gestorben: 12. April 1944 München


    im Ersten Weltkrieg Offizier, danach Direktor eines kleinen Bergwerks in der Oberpfalz, 1922 NSDAP-Beitritt und Beteiligung am Hitlerputsch, 1929 Gauleiter des seit 1930 so genannten Traditionsgaus München-Oberbayern, 12. 4. 33 Innenminister und stellvertretender Ministerpräsident von Bayern, 1936 auch Kultusminister. Der dynamische Wagner, den Hitler als seinen "besten, liebsten und idealistischsten Mitarbeiter in Bayern" bezeichnete, wurde trotz offizieller Nachordnung hinter Ministerpräsident Ludwig Siebert (†#1942) und Reichsstatthalter Epp zum eigentlichen starken Mann in Bayern und wohl mächtigsten Gauleiter des Dritten Reichs. Trotz der von ihm energisch geförderten Gleichschaltung der Länder wusste sich Wagner über Weisungen der Berliner Ministerien hinwegzusetzen und wandte sich im Konfliktfall unmittelbar an Hitler, zu dessen Intimkreis auf dem Obersalzberg Wagner immer Zugang hatte und der ihm für Berlin-Besuche oft die Führermaschine zur Verfügung stellte. Wagner ließ 1933 über 100 Lebensmittelhändler wegen überhöhter Butterpreise ins KZ Dachau einweisen, kümmerte sich persönlich um die Entfernung von Kruzifixen aus den Schulen (Rückzieher im Russlandfeldzug), war fanatischer Antreiber bei der Judenverfolgung und Arisierung, lag in Dauerfehde mit Kardinal Faulhaber und stilisierte sich - nicht ohne unfreiwillig komische Effekte - als Kulturmäzen. Die Karriere des "Despoten von München" beendete im Juni 42 ein Schlaganfall. Nach 20-monatiger Krankheit verstorben, wurde Wagner in einem Staatsakt an der Feldherrnhalle in Anwesenheit Hitlers beigesetzt.