Agrarbewegung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    in der Wirtschaftskrise entstandene Protestbewegung der Bauern gegen die strukturellen (Überschuldung und Zwangsversteigerungen) und konjunkturellen (Preisverfall) Schwierigkeiten der Landwirtschaft. In Schleswig-Holstein kam es schon 1928 zu einer bäuerlichen Massenbewegung, die sich zunehmend radikalisierte und von der schließlich v. a. die NSDAP profitierte. Auf Reichsebene versuchten die verschiedenen Agrarverbände, sich zu einer Einheitsfront ("Grüne Front") zusammenzuschließen, was ihnen trotz verbleibender innerer Spannungen 1929 auch gelang. Führend blieb hierbei der Reichslandbund, der wiederum in erster Linie großagrarische Interessen vertrat. Trotz beträchtlicher Subventionen (Osthilfe) und Hochschutzzöllen waren die Agrarier, v. a. die Großagrarier, nicht zufrieden zu stellen. Sie wirkten teils passiv, teils aktiv am Untergang der Weimarer Republik mit.