Albert Grzesinski

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 8. Juli 1879 Treptow a. d. Tollense gestorben: 31. Dezember 1947 New York


    Metallgewerkschaftler, 1918/19 Vorsitzender des Arbeiter- und Soldatenrats in Kassel, 1922-24 Leiter des preußischen Landespolizeiamts, 1925/26 und 1930-32 Polizeipräsident von Berlin und als solcher ein Hauptfeind von Gauleiter Goebbels, 1926-30 preußischer Innenminister. Grzesinski bemühte sich, Verwaltungs- und Polizeiapparat zu demokratisieren und den Nationalsozialismus unter Kontrolle zu halten. Mit seiner Amtsenthebung durch die Regierung Papen am 20. 7. 32 (Preußenschlag) fiel eine wichtige innenpolitische Bastion im Kampf gegen die Ausbreitung der NSDAP. Grzesinski emigrierte 1933 zunächst in die Schweiz, dann nach Frankreich, arbeitete dort in der Exil-SPD und gelangte 1937 über Peru nach New York.