Albrecht Haushofer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Gelehrter und Widerstandskämpfer

    geboren: 7. Januar 1903 in München gestorben: 23. April 1945 in Berlin


    1928-40 Generalsekretär der Gesellschaft für Erdkunde, 1940 Professor für politische Geographie und Geopolitik in Berlin. Ein Schutzbrief des Familienfreunds Heß vom 14. 11. 38 bewahrte Haushofer vor Verfolgung wegen der nichtarischen Herkunft seiner Mutter. Haushofer, dem selbst antisemitische Affekte nicht fremd waren, beriet 1934-38 die Dienststelle Ribbentrop und arbeitete zeitweilig unter Weizsäcker im Auswärtigen Amt. 1941 wurde er wegen Beteiligung an den Vorbereitungen für den Heß-Flug nach England verhaftet und unter Gestapo-Aufsicht gestellt. Haushofer fand Kontakt zu Widerstandskreisen, wurde nach dem gescheiterten Attentat vom 20. 7. 44 im Dezember 44 gefasst und nach langer Haft im bereits umkämpften Berlin von einem SS-Kommando durch Genickschuss ermordet. In der Haft hatte Haushofer, schon vorher mit antikisierenden zeitkritischen Dramen ("Sulla", 1936; "Augustus", 1939) hervorgetreten, mit den "Moabiter Sonetten" ein ergreifendes Zeugnis des Widerstands geschaffen.