Alexander von Falkenhausen

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Militär

    geboren: 29. Oktober 1878 in Blumenthal bei Neiße gestorben: 31. Juli 1966 in Nassau (Lahn)


    1900/01 an der deutschen China-Expedition beteiligt, 1910-14 Militärattaché in Tokio, im Ersten Weltkrieg an der Westfront, in Russland und in der Türkei, 1930 Abschied. 1939 wurde Falkenhausen von Hitler in den aktiven Dienst zurückgerufen, zum General der Infanterie befördert (1. 9. 40) und 1940 zum Militärbefehlshaber Belgien-Nordfrankreich bestellt. In dieser Funktion zeigte Falkenhausen als weltläufiger, korrekter und zugleich auf unbedingten Gehorsam eingeschworener Offizier widersprüchliches Verhalten, widersetzte sich anfangs der Einführung des Judensterns in Belgien, gleichwohl nicht generell der Deportation einheimischer Juden, und gab auch Befehl zu Geiselerschießungen. Von der Gestapo der Verbindung mit militärischen deutschen Widerstandskreisen verdächtigt, wurde Falkenhausen im Juli 44 abgelöst und bis Kriegsende im KZ Dachau festgehalten. Ein belgisches Kriegsgericht verurteilte ihn 1951 zu zwölf Jahren Zwangsarbeit, begnadigte ihn jedoch nach 16 Tagen in Anrechnung der Tatsache, dass er vereinzelt belgische Bürger vor dem Zugriff der SS bewahrt hatte.