Alfred Baeumler

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Philosoph und Pädagoge

    geboren: 19. November 1887 Neustadt an der Tafelfichte (Bohmen) gestorben: 19. März 1968 Eningen bei Reutlingen


    1929 Professor an der Technischen Hochschule Dresden, 1933 Professor für "politische Pädagogik" in Berlin und bald darauf Hauptstellenleiter des "Amtes Wissenschaft" bei Rosenberg. Baeumler begrüßte im Mai 33 die Bücherverbrennung als Beseitigung von "Giftstoffen" und forderte auch im Geistesleben die "Ersetzung des Gebildeten durch den Typus des Soldaten". Nach Baeumler führte ein direkter Weg von Nietzsches "Willen zur Macht" zur nationalsozialistischen Machtergreifung, die ein "männliches Zeitalter" eingeleitet habe. Insbesondere als Sportideologe machte sich Baeumler einen Namen durch die Entwicklung der "politischen Leibeserziehung", die das "individualistische Rekordstreben" ebenso verwarf wie das Spielen, das Frauen und Kindern zu überlassen sei. Er propagierte statt dessen die "politisch ausgerichtete Mannschaft", wie sie schon "Turnvater" Jahn geprägt habe und die der "völkischen Kraftentfaltung" diene. Sport wurde so ganz im Sinn des nationalsozialistischen Wehrsport-Konzepts zur militärischen Hilfsdisziplin und konnte "rassische Überlegenheit" demonstrieren helfen. Neben zahlreichen Einzelpublikationen gab Baeumler die kulturpolitische radikale Zeitschrift "Weltanschauung und Schule" heraus.