Alfred Döblin

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 10. August 1878 in Stettin gestorben: 28. Juni 1957 in Emmendingen


    aus jüdischer Kaufmannsfamilie, bis 1933 praktizierender Arzt in Berlin, SPD-Mitglied. Döblin engagierte sich politisch wie literarisch gegen Nationalismus und "Reaktion" gemeinsam mit befreundeten sozialistischen Autoren wie Brecht u. a. Sein Hauptwerk "Berlin Alexanderplatz" (1929) erzählt vom Scheitern eines Hilfsarbeiters im Räderwerk der kapitalistischen Großstadt, mit einem im deutschen Roman ungewöhnlichen Wechsel von Erzählformen und -perspektiven, von den Nationalsozialisten als "eins der übelsten Produkte jüdischer Asphaltliteratur" diffamiert. Döblin, dessen Bücher 1933 verboten und verbrannt wurden, entfloh ins Exil, trat als Emigrant für die zionistische "Freilandbewegung" ein; in seinem Spätwerk wandte er sich besonders psychoanalytischen und religiösen Motiven zu.