Alfred Hugenberg

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker und Industrieller

    geboren: 19. Juni 1865 in Hannover gestorben: 12. März 1951 in Kükenbruch bei Rinteln


    1909-18 Vorstandsvorsitzender der Kruppwerke in Essen. Während des Weltkriegs engagierte sich Hugenberg im Pressewesen, kaufte bis Anfang der 20er Jahre, begünstigt durch die Inflation, zahlreiche Provinzblätter, auch größere Zeitungsverlage wie Scherl, auf, erwarb Nachrichtenagenturen und die Ufa und baute so den größten Medien- und Meinungskonzern Deutschlands auf. Politisch gehörte Hugenberg 1890 zu den Gründern des Alldeutschen Verbandes, ging 1919 für die DNVP in die Nationalversammlung, war seit 1920 MdR und gewann als Vertreter des rechten Flügels an Einfluss in der Partei, so dass er 1928 Vorsitzender wurde. Hugenberg bekämpfte publizistisch und politisch die Republik, Sozialisten und Pazifisten. Zusammen mit dem Stahlhelm und den Nationalsozialisten bildete er eine nationale Sammlungsbewegung, die 1931 unter der Bezeichnung Harzburger Front auftrat. In der Illusion, Hitler für eigene politische Interessen einspannen zu können, setzte er zu dessen Unterstützung den Propagandaapparat seines Presse- und Nachrichtenkonzerns ein, gewann ihm Unterstützung in der Industrie und im Großbürgertum und wurde zu einem der wichtigsten bürgerlichen Wegbereiter der Machtergreifung. Nach den Märzwahlen 33 noch als Mehrheitsbeschafferin benötigt, verlor die DNVP nach dem Ermächtigungsgesetz allen Einfluss. Ihr Vorsitzender Hugenberg, im 1. Kabinett Hitler Minister für Wirtschaft und Ernährung, geriet zusehends in die Isolation und wurde am 27. 6. 33 zum Rücktritt gezwungen, gleichzeitig erfolgte auch die Auflösung seiner Partei. Sein Reichstagsmandat behielt Hugenberg als "Gast der NSDAP" bis 1945. Noch vor Kriegsausbruch wurde er zum Verkauf wichtiger Teile seines Pressekonzerns gezwungen (1937 Ufa, 1944 Scherl-Verlag), bekam jedoch dafür umfangreiche Anteile an der deutschen Schwerindustrie. Nach dem Krieg musste Hugenberg zwar in ein britisches Internierungslager, wurde aber nach mehreren Verfahren 1951 als "Entlasteter" eingestuft.