Allgemeiner Deutscher Gewerkschaftsbund

    Aus Lexikon Drittes Reich

    (ADGB), 1919 gegründeter Dachverband der Freien Gewerkschaften als Nachfolgeorganisation der seit 1890 existierenden Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands; Vorsitzender 1919/20 C. Legien, 1920-33 Th. Leipart. Im ADGB sammelten sich verschiedene Berufsverbände und Industriegewerkschaften - 1923 ca. acht Millionen, 1928 ca. 4,5 Millionen Mitglieder -, die eine "Demokratisierung der Wirtschaft auf dem Wege des Sozialismus" anstrebten. 1920/21 schlossen sich Afabund und Allgemeiner Deutscher Beamtenbund an. Mehrere gemeinnützige Unternehmen gehörten dem ADGB: Volksfürsorge, Bank für Arbeiter und Angestellte, Deutsche Wohnungsfürsorge. Die sozialistische Zielsetzung des ADGB machte ihn zur Zielscheibe scharfer nationalsozialistischer Angriffe. Um so erstaunlicher war nach der Machtergreifung der Versuch der Führung, zu einem Arrangement zu kommen, eine Illusion, die am 2. 5. 33 beim nationalsozialistischen Schlag gegen die Gewerkschaften verflog.