Altonaer Blutsonntag

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Bezeichnung für den 17. 7. 32 in Altona bei Hamburg, an dem es zu blutigem Zusammenstoß zwischen SA und SS, Polizei und KPD kam. Die Regierung Papen hatte in einer Politik der Vorleistungen an die NSDAP am 28. 6. 32 das im April verhängte SA- und SS-Verbot aufgehoben und damit den politischen Straßenkampf erneut angeheizt, der im Altonaer Blutsonntag seinen Höhepunkt fand und den Papen zum Vorwand für den Preußenschlag nutzte. SA und SS hatten einen Propagandamarsch durch die Arbeiterviertel des preußischen Altona angemeldet, der auch vom sozialdemokratischen Polizeipräsidenten Eggerstedt, trotz Warnung der KPD, genehmigt worden war. Anschließend hatte sich Eggerstedt auf Wahlreise begeben und auch seinen Stellvertreter beurlaubt. Wie voraussehbar, kam es zu Auseinandersetzungen der feldmarschmäßig einrückenden ca. 7 000 Nationalsozialisten mit den kommunistischen Anwohnern, wobei Polizeikräfte massiv eingriffen. 18 Menschen, darunter zwei SA-Leute, wurden, zumeist durch verirrte Polizeikugeln, getötet. Nach der Machtergreifung wurde im Mai 33 gegen fünfzehn verhaftete Kommunisten wegen Mordes verhandelt; neben Haftstrafen ergingen vier Todesurteile, die am 1. 8. 33 vollstreckt wurden.