Amnestie

    Aus Lexikon Drittes Reich

    allgemein Straffreistellung bestimmter Verbrechens- oder Vergehensarten; soll dem gewandelten Rechtsbewusstsein Rechnung tragen oder wird als politisches Mittel des Gnadenerlasses eingesetzt. Eine erste Amnestie im Dritten Reich wurde am 21. 3. 33 anlässlich des Tages von Potsdam (Reichstagseröffnung) für alle Taten "im Kampfe um die Nationale Erhebung" ausgesprochen. Die Amnestie vom 7. 8. 34 aus Anlass der Vereinigung der Ämter des Kanzlers und Reichspräsidenten kam auch SA-Leuten zugute, die bei der Röhm-Affäre verhaftet worden waren. Bei Kriegsausbruch am 1. 9. 39 gab es eine Amnestie für straffällig gewordene Wehrmachtsangehörige, der eine Amnestie für Zivilisten am 9. 9. 39 folgte. Den Sieg im 1. Polenfeldzug "krönte" die Amnestie vom 4. 10. 39, mit der Angehörige von Erschießungskommandos der SS (Einsatzgruppen) der Strafe entzogen wurden, die Wehrmachtgerichte wegen der Massaker an der polnischen Zivilbevölkerung verhängt hatten.