Andreas Hermes

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 16. Juli 1878 Köln gestorben: 4. Januar 1964 Krälingen/Eifel


    Mitglied der Zentrumspartei, 1920-22 1. Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft, 1922-23 Finanzminister, 1928-33 Mitglied des Reichstags. Hermes gehörte in der Weimarer Republik zu den wichtigsten Landwirtschaftsfunktionären, war ab 1928 Präsident des Einheitsverbands deutscher Genossenschaften - Raiffeisen. Als katholischer Konservativer stand Hermes den Nationalsozialisten ablehnend gegenüber und legte noch vor dem Ermächtigungsgesetz (23. 3. 33) sein Reichstagsmandat nieder. Nach mehrjährigem Auslandsaufenthalt fand Hermes Anschluss an Kreise des Widerstands und war schließlich als Landwirtschaftsminister in einem Kabinett Goerdeler vorgesehen. Gleich nach dem Attentat vom 20. 7. 44 verhaftet und als aktiver "Verschwörer" zum Tod verurteilt, entging Hermes der Hinrichtung knapp durch den Einmarsch der russischen Truppen. 1945 wurde er als Mitbegründer der CDU in der sowjetischen Besatzungszone deren 1. Vorsitzender, bald aber von der Besatzungsmacht abgesetzt, da er der Bodenreform nicht zustimmte. Er ging nach Westdeutschland, wo er bald wieder zu den Spitzenfunktionären der Landwirtschaft gehörte.