Anhaltelager

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Sammellager in Österreich zur Internierung politischer Gegner zunächst der Dollfuß-, danach der Schuschnigg-Regierung; eingerichtet durch Verordnung des Bundeskanzlers vom 23. 9. 33 (seit 30. 7. 34 Bestandteil der Verfassung). Zeitweilig waren 20 Anhaltelager in Betrieb, in denen nach den Arbeiterunruhen vom Februar 34 vornehmlich Sozialisten und nach dem nationalsozialistischen Putschversuch vom 25. 7. 34 hauptsächlich Nationalsozialisten festgehalten wurden (am 23. 9. 34 insgesamt 13 388 Internierte). Im Gegensatz zu den deutschen Konzentrationslagern wurden die Häftlinge nach politischer Zugehörigkeit getrennt und unterlagen nicht der Arbeitspflicht. Nach 1935 existierte nur noch das größte Anhaltelager, Wöllersdorf, das sich nach dem deutsch-österreichischen Juliabkommen (11. 7. 36) leerte und im Februar 38 aufgelöst wurde. Nach dem Anschluss traten nationalsozialistische Konzentrationslager an die Stelle der Anhaltelager (Mauthausen).