Anton Drexler

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker

    geboren: 13. Juni 1884 in München gestorben: 24. Februar 1942 in München


    ursprünglich Schlosser. Aus Gesundheitsgründen vom Militärdienst befreit, trat Drexler während des Ersten Weltkriegs der Vaterlandspartei bei und agitierte unter Arbeitern. Im März 18 gründete er den "Freien Arbeitsausschuss für einen guten Frieden", gerichtet gegen Kapitalismus wie Marxismus. Diese Zielsetzung kehrte wieder im "Politischen Arbeitszirkel", den Drexler zusammen mit dem Journalisten K. Harrer im Oktober 18 ins Leben rief, und in der von ihnen am 5. 1. 19 gegründeten Deutschen Arbeiterpartei. Hier präsidierte Drexler einem Kreis von ca. 40 Mitgliedern, eher Stammtischrunde als Partei, in den aber mit dem Auftauchen Hitlers im September 19 Bewegung kam: Drexler hatte den ehemaligen V-Mann der Reichswehr in einer Diskussionsveranstaltung sprechen hören und ihm, begeistert von seiner Beredsamkeit, eine Mitgliedskarte geschickt. Drexler wurde Hitlers politischer Ziehvater, seine 1919 verfasste Schrift "Mein politisches Erwachen" beeinflusste mit großdeutschen Vorstellungen und Plänen zur Überwindung des Klassenkampfss "Mein Kampf". Taktisch überrundete ihn sein Zögling allerdings bald. Zwar war Drexler im Februar 20 an der Formulierung des Programms der bald Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei genannten Organisation maßgeblich beteiligt, er wurde aber bereits im Sommer 21 aus der Parteiführung gedrängt. Zum Ehrenvorsitz der NSDAP hochgelobt, musste er mit ansehen, wie seine Partei mehr und mehr zum Instrument Hitlers wurde. Noch in den Hitlerputsch vom November 23 verwickelt, blieb Drexler jedoch der Neugründung der NSDAP im Februar 25 fern. Mit dem Erlöschen seines inzwischen gegründeten "Nationalsozialen Volksbundes" ging 1928 auch seine politische Laufbahn zu Ende.