Arbeit

    Aus Lexikon Drittes Reich

    zentraler Begriff der nationalsozialistischen Weltanschauung, die ein Recht auf Arbeit als "Betätigung der angeborenen Lebenskräfte" postulierte, aber auch eine "sozialistische Pflicht" zur Arbeit, die nur als "Dienst am Volksganzen" sinnvoll werde. Dass es in der nationalsozialistischen Praxis fast ausschließlich um Pflicht ging, konnte auch alle Verklärung der Arbeit zur quasi kultischen Handlung nicht verdecken. Der hohe Kulturrang der Arbeit wurde vielmehr betont, wenn es um Leistungssteigerung ohne zureichendes ökonomisches Äquivalent ging. Was "dem Juden" als Ausbeutung angelastet wurde, hieß so herum: "Pflichterfüllung zur Erhaltung der Volksgemeinschaft"; restriktive Lohnpolitik wurde zur "Befreiung vom Warencharakter der Arbeit", wie ihn die marxistische Ideologie propagiere. Die nationalsozialistischen Propagandisten bemühten sich zudem um Überwindung des Gegensatzes von körperlicher und geistiger Arbeit als unterschiedlichen, aber gleichwertigen Dienst für die Gesamtheit.