Arbeitseinsatz

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Eingriffe des Staats in den Arbeitsmarkt zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit und zur Erfassung und Lenkung von Arbeitskräften. Die Maßnahmen des Arbeitseinsatzes setzten damit die liberalen Grundlagen des Arbeitsrechts außer Kraft.

    Sie lassen sich grob in drei Phasen einteilen:

    1. Maßnahmen in Verbindung mit der Arbeitsbeschaffung zur Verminderung des Arbeitskräfteangebots, die v. a. Jugendliche und Frauen (Ehestandsdarlehen) betrafen; dazu flankierende Regelungen gegen die Landflucht, zur Entlastung der Großstädte und industriellen Ballungsräume (Gesetz zur Regelung des Arbeitseinsatzes vom 15. 5. 34).

    2. Beschränkungen der Freizügigkeit der Arbeiter durch die arbeitsrechtlichen Vorschriften des nach 1935 anlaufenden Vierjahresplans; damit sollte bei wachsendem Arbeitskräftebedarf die Versorgung v. a. der Rüstungsbetriebe mit Facharbeitern gesichert und die staatliche Lohnpolitik unterstützt werden; das Arbeitsbuch diente dabei der umfassenden Kontrolle des Arbeitseinsatzes.

    3. Weitere Einschränkungen der Freizügigkeit für alle Arbeiter seit 1939 und Einführung von Möglichkeiten zur staatlichen Zwangsverpflichtung (Dienstpflichtverordnung vom 13. 2. 39).

    Diese Beschränkungen wurden während des Kriegs durch weitere Dienst- und Notdienstverordnungen sowie Einführung einer allgemeinen Meldepflicht (1943) verschärft. Besondere Bedingungen galten für "fremdvölkische" Arbeitskräfte und Kriegsgefangene. 1942 wurde die Regelung des Arbeitseinsatzes dem Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz Sauckel übertragen.