Arnold Zweig

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Schriftsteller

    geboren: 10. November 1887 in Glogau, Schlesien gestorben: 26. November 1968 in Ost-Berlin


    1918 im Soldatenrat von Wilna, 1923 Redakteur der "Jüdischen Rundschau" in Berlin, 1929 Vorsitzender des Schutzverbands deutscher Schriftsteller. Die vielfältigen literarischen Arbeiten von Zweig spiegeln seine Entwicklung vom Pazifisten und Zionisten zum "marxistischen Sozialisten" wider. Zweig war ab 1923 (z. T. tätlichen) nationalsozialistischen Angriffen ausgesetzt, besonders seit Erscheinen seines berühmten Werks "Der Streit um den Sergeanten Grischa" (Roman 1927), in dem er den Justizmord an einem russischen Kriegsgefangenen schilderte. Auch in späteren realistischen Dichtungen suchte Zweig immer wieder gegen die Verherrlichung des Kriegs zu wirken ("Erziehung vor Verdun", 1935). Zweig, der 1933 emigrieren musste (bis 1948 in Palästina), war Mitarbeiter zahlreicher Exilzeitschriften; sein Roman "Das Beil von Wandsbek" (1943/47) gilt als erste, psychologisch differenzierte literarische Darstellung des Mitläufertums im Dritten Reich. Nach der Rückkehr aus dem Exil gehörte Zweig zu den wichtigsten Autoren der DDR, war dort Präsident der Akademie der Künste, des PEN-Zentrums sowie Abgeordneter der Volkskammer (1949-67).