Art

    Aus Lexikon Drittes Reich

    in der Biologie Gesamtheit der Individuen, die in allen wesentlichen Merkmalen übereinstimmen und sich unter natürlichen Bedingungen paaren oder paaren können. Im biologistischen Weltbild des Nationalsozialismus wurde der Artbegriff gegen die wissenschaftliche Definition mit Rasse gleichgesetzt. Rassenmischung war danach Entartung, da sie die Paarungsgrenzen missachte. Arterhaltung konnte folglich nur durch Artreinheit gewährleistet werden. Die so verengte Artvorstellung lag den Nürnberger Gesetzen zugrunde und bildete die scheinwissenschaftliche Fundierung der Judenverfolgung. Im nationalsozialistischen Sprachgebrauch tauchte Art in zahlreichen Kombinationen auf: artbewusst: stolz auf die rassischen Vorzüge des eigenen Volkes; artdeutsch: nationalbewusst im rassischen Sinne; Artfreude: heiterer Wesenszug des "helfenden Menschen" der "Nordrasse"; artlos: widernatürlich, "rassevergessen"; Artwille: Antriebskraft, die ein Volk, eine Rasse "aus verborgenen Tiefen" erneuert (Eindeutschung des philosophischen Begriffs "élan vital").