Arthur Axmann

    Aus Lexikon Drittes Reich

    HJ-Funktionär

    geboren: 18. Februar 1913 Hagen gestorben: 24. Oktober 1996 Berlin


    trat als 15-jähriger Gymnasiast der Hitlerjugend bei, zeichnete sich bei der Organisation von nationalsozialistischen Jugendbetriebszellen (Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation) aus und wurde 1932 in die Reichsleitung der HJ berufen. Nach der Machtergreifung übernahm er die Leitung des Sozialamts der Reichsjugendführung, baute das staatliche Berufsbildungswerk aus und gründete den Reichsberufswettkampf der deutschen Jugend, an dem sich alljährlich über eine Million junge Arbeiter beteiligten. 1939/40 als Soldat an der Westfront, berief ihn Hitler am 8. 8. 40 zum Nachfolger v. Schirachs als Reichsjugendführer. Axmann verordnete der HJ ein strammes Militarisierungsprogramm und ging als schlechtes Beispiel voran: Obwohl er 1941 an der Ostfront einen Arm verloren hatte, hinderte ihn dies nicht, HJ-Gruppen zunehmend zum Kriegseinsatz heranziehen zu lassen. Ende April 45 war er einige Zeit im Führerbunker und entkam im letzten Moment aus Berlin. Im Dezember 45 verhaftet, wurde Axmann im Mai 49 zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt, die als verbüßt galten; 1958 verurteilte ein Westberliner Gericht den nun als Vertreter arbeitenden Axmann zu einer hohen Geldstrafe wegen Verhetzung der Jugend. Beteiligung an sonstigen NS-Verbrechen wurde verneint.