Arthur Greiser

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker und SS-Obergruppenführer (1942)

    geboren: 22. Januar 1897 Schroda (Posen) gestorben: 14. Juli 1946 Posen


    im Ersten Weltkrieg Flieger, dann erfolgloser Kaufmann; 1924 Mitbegründer des Stahlhelm in Danzig, 1928 NSDAP-Beitritt, 1930-33 Gaugeschäftsführer in Danzig. Im Juni 33 übernahm Greiser das Amt des Vizepräsidenten und das Innenressort im Danziger Senat und wurde am 28. 11. 34 als Nachfolger von Rauschning Senatspräsident. Als Danzig im Zuge des Polenfeldzugs wieder dem Reich angegliedert wurde, erhielt Greiser am 21.9. 39 die Leitung der Zivilverwaltung im annektierten Posen und wurde am 2. 11. 39 Reichsstatthalter des neuen Gaus Wartheland. Er verfolgte eine brutale Politik der Eindeutschung, verdreifachte bis 1944 den deutschen Bevölkerungsanteil, ordnete Massendeportationen von Polen und Juden zur Zwangsarbeit ins Reich oder ins Generalgouvernement an, ließ erkrankte Arbeiter ins Vernichtungslager Kulmhof verbringen und machte sich in Zusammenarbeit mit Bormann einen Namen als Kirchenverfolger, indem er seinen Gau als Versuchsfeld für geplante Entkirchlichungsmaßnahmen zur Verfügung stellte (Kirchenkampf). Greiser wurde von den Amerikanern 1945 in den Alpen gefasst und an Polen ausgeliefert, wo er nach Todesurteil vor seiner ehemaligen Residenz öffentlich erhängt wurde.