Arthur Nebe

    Aus Lexikon Drittes Reich

    dt. Polizeioffizier

    geboren: 13. 1894 Berlin gestorben: 4. 1945 ebd. (hingerichtet)


    nach Notabitur 1914 Kriegsfreiwilliger, 1920 zur Berliner Kriminalpolizei, 1923 Kommissar, 1931 NSDAP- und SA-Beitritt. Nebe gründete 1932 eine nationalsozialistische Beamtengemeinschaft und wurde unter der Protektion von Daluege am 1. 4. 33 Kriminalrat im preußischen Geheimen Staatspolizeiamt. Seine anfängliche Hitler-Begeisterung verflog bald und führte ihn in die Widerstandskreise um L. Beck, denen er aus dem polizeilichen Machtzentrum Informationen zutrug. Nebe stieg weiter auf: 1935 Leiter des preußischen Landeskriminalamts, 1936 Leiter der Kripo, 1. 7. 37 Reichskriminaldirektor und damit Chef des Amts V nach Etablierung des Reichssicherheitshauptamts 1939. Nebe gelang die Aufklärung des Bürgerbräu-Attentats vom 8. 11. 39, doch löste sein Beweis der Alleintäterschaft Elsers bei Himmler und Hitler wenig Begeisterung aus. Als Leiter der Einsatzgruppe B ging Nebe in den Russlandfeldzug, ertrug aber die Mordaktionen seiner Kommandos nicht, denen nach eigenen Angaben 45 467 Juden zum Opfer fielen, und ließ sich ablösen. Er arbeitete danach wieder in seiner alten Stellung im RSHA, unterstützte das Attentat vom 20. 7. 44 und blieb zunächst unentdeckt. Erst seine kopflose Flucht am 27. 7. brachte ihn auf die Fahndungslisten und am 16. 1. 45 schließlich in Haft. Der Volksgerichtshof verurteilte ihn am 2. 3. 45 zum Tod.