Artikel 48

    Aus Lexikon Drittes Reich

    der Weimarer Verfassung, Bestimmung, nach der der Reichspräsident wesentliche Grundrechte, z. B. Versammlungs-, Meinungs- oder persönliche Freiheit, vorübergehend außer Kraft setzen konnte. Notmaßnahmen aufgrund des auch "Diktaturparagraph" genannten Artikels 48 mussten auf mehrheitlichen Beschluss des Reichstags hin wieder aufgehoben werden. Das aber entschärfte den Artikel 48 nur unwesentlich, da der Reichspräsident wiederum nach Artikel 25 den Reichstag auflösen und so durch Notverordnungen zunächst weiter regieren lassen konnte. Der Artikel 48 war seit 1930 nach Verlust koalitionsfähiger Mehrheiten Grundlage der Präsidialkabinette, die die Rechte des Reichstags aushöhlten und den Sturz der Republik einleiteten. Er stand auch hinter der Reichstagsbrandverordnung vom 28. 2. 33, dem ersten Schritt zur Diktatur Hitlers.