Artur Dinter

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher völkischer Ideologe

    geboren: 27. Juni 1876 Mülhausen (Elsass) gestorben: 21. Mai 1948 Offenburg


    Studium der Naturwissenschaft und Philosophie, Lehrer und Regisseur. Dinter wurde bekannt durch seinen antisemitischen Roman "Die Sünde wider das Blut" (1917), der bis 1934 auf eine Auflage von 260 000 kam. Nachdem er 1923 Hitler kennen gelernt hatte, baute er während dessen Haftzeit in Thüringen die Großdeutsche Volksgemeinschaft als Nachfolgeorganisation der NSDAP auf, stellte sich als Parteimitglied Nr. 5 der Neugründung im Februar 25 wieder zur Verfügung und wurde thüringischer Gauleiter. Der von Hitler zunächst fast verehrte Dinter geriet mit dem Parteichef in Konflikt, als er eine religiöse Debatte über das Christentum in Gang brachte: Der Auftrag Jesu, des "größten Antisemiten aller Zeiten", sei die Reinigung der christlichen Kirche vom Judentum und die Wiederherstellung eines "arischen Heilandbildes". Am 30. 9. 27 musste Dinter als Gauleiter zurücktreten, am 11. 10. 28 wurde er nach persönlichen Angriffen auf Hitler aus der Partei ausgeschlossen, sein Wiederaufnahmeantrag vom 29. 4. 33 wurde ebenso abgelehnt wie sein Gnadengesuch vom 15. 6. 37. Nach dem Verbot seiner 1927 gegründeten "Deutschen Volkskirche" 1937 folgte 1939 auch der Ausschluss aus der Reichsschrifttumskammer.