Asphalt

    Aus Lexikon Drittes Reich

    im nationalsozialistischen Sprachgebrauch der negative Gegenbegriff zur Scholle; der Asphalt trenne den Großstadtmenschen vom Boden, so dass er wurzellos bleibe; typische Asphaltmenschen seien die Juden, denen auch die Hauptschuld an Fehlentwicklungen gegeben wurde, die die nationalsozialistische Propaganda in Zusammensetzungen mit Asphalt brandmarkte: Asphaltblätter (-presse) als Synonym für Boulevardpresse und Gassenjournalismus, Asphaltdemokratie der verstädterten westlichen Zivilisationen, Asphaltkultur des moralisch verkommenen Großstadttreibens, Asphaltliteratur der "artlosen" pazifistischen und sozialistischen Publizisten. Das Wort Asphalt wurde zum Schlüsselbegriff der nationalsozialistischen Zivilisationsfeindschaft und der Blut-und-Boden-Ideologie, nach der die "germanischen Werte" auf dem "glühenden, unfruchtbaren Asphalt einer bestialisierten Unmenschheit verkrüppeln" (Rosenberg).