Attentate auf Hitler

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Die nationalsozialistische Propaganda hat erfolgreich bis über das Ende des Dritten Reichs hinaus das Bild des allseits geliebten Führers vermittelt, der sich - im Gegensatz zu heutigen Regierenden - unter seinen Deutschen ungefährdet bewegen konnte. Dazu hat auch die fast selbstmörderische Sorglosigkeit Hitlers beigetragen, mit der er sich über Sicherheitsbedenken seiner Umgebung hinwegsetzte. Das Bild vom Führer ohne Feinde wurde durch eine Reihe unglaublicher Zufälle verstärkt, die Anschläge immer wieder scheitern ließen, so dass es leicht war, Nachrichten darüber - mit Ausnahme des Bürgerbräu-Attentats und des Zwanzigsten Juli - zu unterdrücken. Wie oft aber versucht wurde, Hitler zu beseitigen, belegt die folgende Liste, in der nur die Attentatsversuche aufgezählt sind, die bis ins Stadium der Ausführung getreten sind:


    • vor 1933 - bis zur Machtergreifung vier Anschläge, darunter ein Giftanschlag im Hotel "Kaiserhof" (1930)*1933- zehn Anschläge, u. a. Attentatsversuch eines unbekannten SA-Manns am Obersalzberg und der Gruppe Lutter in Königsberg*1934 - vier Anschläge, darunter der von Beppo Römer, Berlin, und von Helmut Mylius, Berlin*1935 -Gruppe Marwitz sowie Paul Josef Stuermer, beide Berlin*1936 -Helmut Hirsch in Nürnberg*1937 -Josef Thomas in Berlin, unbekannter SS-Mann im Berliner Sportpalast
    • 1938 -nach ersten Versuchen 1937 Otto Strasser und seine Schwarze Front; Friedrich

    Wilhelm Heinz, Stoßtrupp Reichskanzlei; Alexander Foote in München; Maurice Bavaud am Obersalzberg und in München*1938/39 - Noel Mason-Macfarlane in Berlin* 1939 -Johann Georg Elser in München; Erich Kordt in Berlin

    • 1940 -Erwin von Witzleben in Paris
    • 1941/43 - Nikolaus von Halem, Beppo Römer mehrere Versuche in Berlin*1943 - Hubert Lanz, Hans Speidel, Hyazinth Graf von Strachwitz in Walki (UdSSR); Friedrich König und Baron von Boeselager in Smolensk; Henning von Tresckow, Fabian von Schlabrendorff und Rudolph von Gersdorff; unbekannter Pole im Führerhauptquartier Wolfsschanze; Rudolph von Gersdorff in Berlin; Axel von dem Bussche-Streithorst im Führerhauptquartier Wolfsschanze*1944 - Ewald von Kleist im Führerhauptquartier Wolfsschanze; Eberhard von Breitenbuch am Obersalzberg; Claus Graf Schenk von Stauffenberg mehrmals in Berlin und im Führerhauptquartier Wolfsschanze