August Heißmeyer

    Aus Lexikon Drittes Reich

    SS-Obergruppenführer (1939)

    geboren: 11. Januar 1897 Gellersen gestorben: 16. Januar 1979 Schwäbisch Hall


    im Ersten Weltkrieg Leutnant, danach Gelegenheitsarbeiter und (abgebrochenes) Medizinstudium. 1925 trat Heißmeyer der NSDAP bei, organisierte die SA im Gau Hannover-Süd (zeitweilig stellvertretender Gauleiter) und schloss sich Ende 30 der SS an. Himmler ernannte ihn 1935 als Gruppenführer zum Chef des SS-Hauptamts und schuf nach dessen Reorganisation 1939 als neues Hauptamt die "Dienststelle Obergruppenführer Heißmeyer". In dieser Funktion unterstand Heißmeyer die Inspektion der Nationalpolitischen Erziehungsanstalten (NPEA), zudem war er Höherer SS- und Polizeiführer Berlin-Brandenburg. Gegen Kriegsende, als Heißmeyer die Bewaffnung seiner NPEA-Schüler organisierte, wurde er zum General der Waffen-SS ernannt (19. 11. 44). Mit seinem Konzept der SS als "Erziehungsarmee" war er gescheitert, da Himmler mehr Wert legte auf ihren Ausbau als Exekutivorgan. Heißmeyer und seine Frau, die Reichsfrauenführerin Scholtz-Klink, wurden nach dem Krieg als "Hauptschuldige" eingestuft, mit Internierung und Vermögenseinzug bestraft.