August Winnig

    Aus Lexikon Drittes Reich

    deutscher Politiker und Publizist

    geboren: 31. März 1878 Blankenburg/Harz gestorben: 3. November 1956 Bad Nauheim


    Maurer, SPD-Mitglied, 1912 Vorsitzender des Deutschen Bauarbeiterverbands und Herausgeber von dessen Zeitschrift "Der Grundstein". Winnig wurde 1918 Bevollmächtigter des Reichs im Baltikum, danach Gesandter in Lettland und Estland und 1910 Oberpräsident von Ostpreußen. Wegen Unterstützung des Kapp-Putsches verlor er 1920 alle Ämter und wurde aus der SPD ausgeschlossen. In seinen Schriften näherte sich Winnig nun immer weiter konservativen Positionen (u. a. "Das Reich als Republik", 1928) und dem Nationalbolschewismus (u. a. "Vom Proletariat zum Arbeitertum", 1930). Das brachte ihn zeitweise sogar in Berührung mit der NSDAP, deren Angebot zur Übernahme der Leitung der Deutschen Arbeitsfront Winnig jedoch ausschlug. Seine christliche Grundhaltung führte ihn im Dritten Reich in die innere Emigration, auch wenn er sich zuweilen im nationalen Sinne zu politischen Fragen äußerte (u. a. "Europa - Gedanken eines Deutschen", 1937).