Ausbürgerung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Aberkennung der Staatsangehörigkeit. Während vor 1933 eine Ausbürgerung nur in Ausnahmefällen (z. B. Steuerflucht) möglich war, enthielt das Gesetz über den Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutschen Staatsangehörigkeit vom 14. 7. 33 (RGBl. I, S. 480) Blankovollmachten zur Ausbürgerung von politischen Emigranten und Juden, die nach 1918 eingebürgert worden waren. War dieses Gesetz noch auf die Anwendung im Einzelfall zugeschnitten, so wurden mit der 11. Verordnung zum Reichsbürgergesetz vom 25. 11. 41 (RGBl. I, S. 722) alle Juden, die sich außerhalb des Reiches aufhielten - auch die in KZ und Vernichtungslager im Generalgouvernement deportierten - kollektiv ausgebürgert. Ihr Vermögen fiel an das Reich. Nach heutiger Rechtslage ist eine Ausbürgerung nicht möglich (Artikel 16 I Grundgesetz). Die zwischen 1933 und 45 Ausgebürgerten konnten die deutsche Staatsangehörigkeit wiedererlangen (Artikel 116 II Grundgesetz).