Autarkie

    Aus Lexikon Drittes Reich

    allgemein Selbstversorgung mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen; unter der nationalsozialistischen Herrschaft sowohl ideologisches Endziel wie rüstungswirtschaftliche Strategie. Im Mittelpunkt des nationalsozialistischen Lebensraum-Konzepts stand das Streben nach nationaler Unabhängigkeit. In Abkehr von der Industriegesellschaft wurde das Leben "freier Bauern auf eigener Scholle" fast zu einem Religionsersatz. Die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise unterstützten dabei die Vorstellungen von einer autarken, von weltwirtschaftlichen Krisen unberührten Wirtschaft. Da sich aber Deutschland nicht selbständig versorgen konnte, bekam die Lebensraumtheorie der Nationalsozialisten vielseitige Unterstützung. Die Autarkie im Großwirtschaftsraum" versprach sowohl macht- und rassenpolitische Motive zu befriedigen als auch unter wirtschaftlichen Aspekten neue Absatzmärkte zu erschließen. So hat sich der Außenhandel nach 1933 diesen Zielen relativ schnell untergeordnet. Aber auch rüstungswirtschaftlich-strategische Überlegungen der Selbstversorgung der deutschen Wirtschaft in der Aufrüstungsphase und im Krieg spielten eine gewichtige Rolle. Die Erfahrungen des Ersten Weltkrieges wiesen auf die Bedeutung der Funktionsfähigkeit der Wirtschaft hin (Kriegswirtschaft). Kurz- und mittelfristig sollte das Streben nach Autarkie eine blockadesichere Rüstung ermöglichen, langfristig der Errichtung einer geschlossenen europäischen Wirtschaft unter deutscher Führung dienen.