Babi-Yar

    Aus Lexikon Drittes Reich

    Schlucht bei Kiew, in der am 29. und 30. 9. 41 durch das Sonderkommando (SK) 4a der Einsatzgruppe C mit Hilfe von zwei Kommandos des Polizeiregiments Russland-Süd 33 771 jüdische Männer, Frauen und Kinder ermordet wurden. Kurz nach der Eroberung Kiews wurden die Juden der Stadt durch Maueranschläge aufgefordert, sich am 29. 9. 41 an einem bestimmten Ort zwecks Umsiedlung zu melden. In einer unübersehbaren Kolonne leitete man sie zur Babi-Yar-Schlucht, in der sie gruppenweise erschossen wurden. Nach Abschluss der Exekution sprengten Pioniere die Ränder der Schlucht ab, so dass das herabfallende Erdreich die Leichen unter sich begrub. In einem Bericht stellte das Kommando abschließend fest: "Obwohl man zunächst nur mit einer Beteiligung von etwa 5 000 bis 6 000 Juden gerechnet hatte, fanden sich über 30 000 Juden ein, die infolge einer überaus geschickten Organisation bis unmittelbar vor der Exekution noch an ihre Umsiedlung glaubten" (Ereignismeldung 128 vom 3. 11. 41).

    Der Kommandeur des SK 4a, Blobel, wurde im Ohlendorf-Prozess zum Tod verurteilt und hingerichtet. Das Landgericht Darmstadt verurteilte 1968 zahlreiche Angehörige des Kommandos zu langjährigen Freiheitsstrafen. Das Massaker von Babi-Yar ist Thema eines Gedichts des russischen Schriftstellers Jewtuschenko gegen den Antisemitismus.