Baltendeutsche

    Aus Lexikon Drittes Reich

    im Zuge der deutschen Ostkolonisation seit 1200 im Baltikum eingewanderte Deutsche (ca. 8 % der Bevölkerung); bildeten als Großgrundbesitzer die Oberschicht und bewahrten ihre Eigenständigkeit lange auch bei steigendem Druck der Russifizierung. Nach dem Ersten Weltkrieg erhielten die Baltendeutschen unter Verlust des Großgrundbesitzes in den Baltischen Staaten Autonomiestatute. Ihre Position wurde erst unhaltbar nach der Preisgabe der Baltischen Staaten im geheimen Zusatzprotokoll des Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffsvertrags vom 23. 8. 39. Aufgrund von Einzelverträgen wurden im Oktober 39 rund 70 000 Baltendeutsche v. a. in den Warthegau und nach Danzig-Westpreußen umgesiedelt.