Barbarossa-Gerichtsbarkeitserlass

    Aus Lexikon Drittes Reich

    vom OKW auf Befehl Hitlers am 13. 5. 41 herausgegebener "Erlass über die Ausübung der Kriegsgerichtbarkeit im Gebiet 'Barbarossa' (Sowjetunion) über besondere Maßnahmen der Truppe". Der Barbarossa-Gerichtsbarkeitserlass, benannt nach der Codebezeichnung für den Russlandfeldzug, bestimmte, dass "Straftaten feindlicher Zivilpersonen" nicht mehr unter die Militärgerichtsbarkeit fielen, sondern nach Entscheidung des jeweiligen Truppenführers zu ahnden seien, wobei gegen Ortschaften, aus denen "hinterhältig oder heimtückisch" angegriffen wurde, auch "kollektive Gewaltmaßnahmen" vorgesehen waren. Für Vergehen deutscher Soldaten gegen feindliche Zivilpersonen wurde der Verfolgungszwang aufgehoben. Der Barbarossa-Gerichtsbarkeitserlass stieß wie der Kommissarbefehl im Offizierkorps auf erhebliche Kritik und wurde von Heeresoberbefehlshaber Brauchitsch zusammen mit einem Befehl zu schärfster Wahrung traditioneller "Manneszucht" weitergegeben.