Barmer Bekenntnissynode

    Aus Lexikon Drittes Reich

    vom 29. bis 31. 5. 34 in Barmen (heute Wuppertal) tagende Versammlung von "Vertretern lutherischer, reformierter und unierter Kirchen, freier Synoden, Kirchentage und Gemeindekreise". Die Delegierten von insgesamt 19 der 28 evangelischen Landeskirchen einte der Widerstand gegen die Gleichschaltungsmaßnahmen des Reichskirchenregiments unter Müller und der Kampf gegen die Verfälschung der christlichen Lehre durch nationalsozialistisches rassistisches Gedankengut, wie es die meisten deutschchristlich beherrschten Kirchenführungen vertraten (Deutsche Christen, Arierparagraph). Die Barmer Bekenntnissynode endete mit einer "Theologischen Erklärung", die in sechs Thesen und sechs Verwerfungen die Grundlagen des evangelischen Bekenntnisses formulierte und den Totalitätsanspruch des nationalsozialistischen Staats ebenso ablehnte wie staatliche Funktionen für die Kirche. Damit erhielt die sich hier formierende Bekennende Kirche ihr Grundgesetz, das für christliches Handeln und Verkünden allein das in Christus geoffenbarte Wort Gottes anerkannte. Die Tatsache, dass die divergierenden protestantischen Richtungen unter dem Druck der nationalsozialistischen Revolution erstmals seit dem 16. Jahrhundert zu gemeinsamem Bekenntnis fanden, ließ die Barmer Bekenntnissynode weit über den Kirchenkampf hinaus wirken. Organisatorisch bedeutete sie die Legitimierung der Organe der Bekennenden Kirche als Widerpart des deutschchristlichen Kirchenregiments.