Bauerndichtung

    Aus Lexikon Drittes Reich

    allgemein Bezeichnung für die dichterische Gestaltung der bäuerlichen Welt. Die Bauerndichtung war literarischer Ausdruck einer Gegenbewegung zur Verstädterung und Industrialisierung, in der das städtische Bürgertum seit dem Ende des 19. Jahrhunderts die Natur kultisch verklärte, Bauerntum vielfach mit Natürlichkeit gleichsetzte und als mythischen "Gesundquell" idealisierte, wie z. B. in dem von der nationalsozialistischen Literaturwissenschaft als vorbildhaft hingestellten Roman "Der Büttnerbauer" von W. von Polenz. Die nationalsozialistische Literaturkritik unterschied später ein "Konjunkturschrifttum, das den Gedanken von Blut und Boden nicht begriffen hat", und "wertvolle", gegen das "Asphaltmenschentum der Weltstädte" (Rosenberg) gerichtete Bauerndichtung, wie z. B. die Romane von Berens-Totenohl.