Berchtesgadener Diktat

    Aus Lexikon Drittes Reich

    nach Ultimatum Hitlers bei einem Treffen mit dem österreichischen Kanzler Schuschnigg am 12. 2. 38 auf dem Berghof bei Berchtesgaden geschlossene deutsch-österreichische Vereinbarung. Die auf den Anschluss Österreichs zielende Politik Hitlers konnte sich mit dem Juliabkommen von 1936 nicht zufrieden geben, zumal dessen Bestimmungen von österreichischer Seite nur schleppend verwirklicht wurden und die internationale Lage für weitergehende österreichische Zugeständnisse günstig schien. Im Berchtesgadener Diktat verlangte nun Hitler die Hineinnahme von Seyß-Inquart als Innenminister und weiterer Nationalsozialisten ins Kabinett Schuschnigg, Generalamnestie für die Nationalsozialisten, Vorbereitung einer deutsch-österreichischen Wirtschaftseinheit, Pressefrieden u. a. Eingeschüchtert von den hohen deutschen Militärs, die Hitler zum Gespräch hinzugezogen hatte, und von Meldungen über deutsche Truppenbewegungen in Grenznähe, akzeptierte Schuschnigg das Berchtesgadener Diktat nach der gesetzten Frist am 15. 2. 38, ohne allerdings den Anschluss letztlich abwenden zu können.